Ein gutes Angebot überzeugt den Kunden, bevor die Arbeit beginnt. Es zeigt, was du lieferst, was es kostet und unter welchen Bedingungen — klar, verbindlich und professionell. Hier erfährst du, wie du Angebote schreibst, die Aufträge bringen.
Angebot vs. Kostenvoranschlag — der Unterschied
Bevor wir ins Detail gehen: Ein Angebot und ein Kostenvoranschlag sind rechtlich nicht dasselbe.
- Angebot (Offerte): Bindend. Nimmt der Kunde an, kommt ein Vertrag zustande — zu den genannten Konditionen. Du darfst den Preis nachträglich nicht erhöhen.
- Kostenvoranschlag: Unverbindlich (sofern nicht anders vereinbart). Der tatsächliche Preis darf abweichen — allerdings maximal 15-20 %. Bei größeren Abweichungen musst du den Kunden vorher informieren (§ 650 BGB).
Für die meisten Freelancer und Dienstleister ist das Angebot das Mittel der Wahl. Es schafft Klarheit und Verbindlichkeit auf beiden Seiten.
Pflichtangaben und empfohlene Inhalte
Ein Angebot hat weniger gesetzliche Pflichtangaben als eine Rechnung. Trotzdem sollte es bestimmte Elemente enthalten, damit es rechtssicher und professionell wirkt.
Pflichtangaben
- Dein vollständiger Name und Anschrift (bei Firmen: Firmenname, Rechtsform, Geschäftsführer)
- Name und Anschrift des Empfängers
- Datum des Angebots
- Angebotsnummer — für die Zuordnung und spätere Referenz
- Genaue Beschreibung der Leistung — detailliert genug, damit keine Missverständnisse entstehen
- Preis — Netto plus USt (oder Brutto mit Hinweis auf Kleinunternehmerregelung)
- Gültigkeitsdauer — bis wann das Angebot angenommen werden kann
Empfohlene Zusatzangaben
- Lieferzeit oder Leistungszeitraum — „Umsetzung innerhalb von 4 Wochen nach Auftragserteilung“
- Zahlungsbedingungen — Anzahlung, Teilzahlung, Zahlungsziel nach Abschluss
- Gültigkeitsdauer — „Dieses Angebot ist gültig bis zum 30. April 2026“
- AGB-Verweis — falls du Allgemeine Geschäftsbedingungen hast
- Haftungsausschlüsse — bei relevanten Projekten
- Hinweis auf Urheberrecht — bei kreativen Leistungen
Angebot schreiben: Struktur und Aufbau
Kopfbereich
Dein Logo, deine Kontaktdaten, Empfängeradresse, Datum und Angebotsnummer. Halte dich an dasselbe Layout wie bei deinen Rechnungen — das schafft Wiedererkennungswert.
Einleitung
Ein kurzer Satz, der das Angebot kontextualisiert:
- „Vielen Dank für deine Anfrage vom 15. März. Gerne unterbreite ich dir folgendes Angebot:“
- „Bezugnehmend auf unser Gespräch vom 20. März erstelle ich dir folgendes Angebot für die Website-Neugestaltung:“
Leistungsbeschreibung
Der Kern des Angebots. Beschreibe jede Position einzeln — mit Menge, Einheit und Einzelpreis. Beispiel für einen Webdesigner:
- Konzeption und Wireframing (8 Stunden × 95 €/h) = 760,00 €
- Webdesign Startseite + 4 Unterseiten (16 Stunden × 95 €/h) = 1.520,00 €
- Responsive Umsetzung (12 Stunden × 95 €/h) = 1.140,00 €
- SEO-Grundoptimierung (4 Stunden × 95 €/h) = 380,00 €
- Einweisung und Dokumentation (2 Stunden × 95 €/h) = 190,00 €
Warum so detailliert? Weil der Kunde sehen will, wofür er bezahlt. Und weil du bei Änderungswünschen einzelne Positionen anpassen kannst, statt das ganze Angebot neu zu schreiben.
Preisübersicht
Am Ende der Leistungsbeschreibung:
- Nettosumme: 3.990,00 €
- Umsatzsteuer 19 %: 758,10 €
- Bruttosumme: 4.748,10 €
Nutzt du die Kleinunternehmerregelung, steht hier nur der Gesamtbetrag mit dem Hinweis: „Gemäß § 19 UStG wird keine Umsatzsteuer berechnet.“
Bedingungen und Konditionen
Unter der Preisübersicht klärst du die Rahmenbedingungen:
- Gültigkeit: „Dieses Angebot ist bis zum [Datum] gültig.“
- Zahlungsbedingungen: „50 % Anzahlung bei Auftragserteilung, 50 % nach Abnahme.“
- Lieferzeit: „Die Umsetzung erfolgt innerhalb von 6 Wochen nach Auftragserteilung und Erhalt der Anzahlung.“
- Revisionen: „Im Preis enthalten sind 2 Korrekturschleifen. Weitere Änderungen werden nach Aufwand berechnet (95 €/h).“
Angebotsnummern: Systematik
Wie bei Rechnungsnummern brauchst du ein nachvollziehbares System. Bewährte Formate:
- ANG-2026-001 (Angebot, Jahr, laufende Nummer)
- A-2026-MUE-003 (Angebot, Jahr, Kundenkürzel, Nummer)
- 2026-Q1-005 (Jahr, Quartal, Nummer)
Tipp: Nutze ein anderes Präfix als bei Rechnungen. So erkennst du sofort, ob es sich um ein Angebot oder eine Rechnung handelt.
Vom Angebot zur Rechnung: Konvertierung
Wird das Angebot angenommen, erstellst du daraus die Rechnung. Idealerweise mit einem Klick — nicht per Copy-Paste aus dem Angebots-PDF.
Was sich zwischen Angebot und Rechnung ändert:
- Dokumenttyp: „Angebot“ wird zu „Rechnung“
- Nummernkreis: Angebotsnummer wird zur Rechnungsnummer (neuer Nummernkreis)
- Verweis: „Bezugnehmend auf Angebot ANG-2026-001 vom 15. März 2026“
- Zahlungsbedingungen: Ggf. anpassen (Zahlungsziel statt Anzahlung)
- Leistungszeitraum: Tatsächlicher Zeitraum ergänzen
- Zusätzliche Pflichtangaben: Steuernummer/USt-IdNr., Rechnungsdatum
Preisgestaltung: Pauschal oder nach Aufwand?
Pauschalpreis
Vorteile: Planungssicherheit für den Kunden, klare Kalkulation. Nachteile: Du trägst das Risiko, wenn der Aufwand größer wird als erwartet.
Pauschalpreise funktionieren gut bei standardisierten Leistungen: Logo-Design, Visitenkarten, Steuerklärung für Angestellte.
Stundensatz
Vorteile: Du wirst für jede Stunde bezahlt, das Risiko liegt beim Kunden. Nachteile: Der Kunde hat keine Kostenkontrolle und fühlt sich unwohl.
Stundensätze eignen sich für Projekte mit unklarem Umfang: Beratung, laufende Betreuung, agile Softwareentwicklung.
Hybrid: Pauschal mit Stundenkontingent
Die beste Lösung für viele Freelancer: Ein Pauschalpreis für den definierten Umfang, plus Stundensatz für Zusatzleistungen. Beispiel: „Website-Redesign pauschal 3.500 € netto. Zusätzliche Änderungen nach Abnahme: 95 €/h.“
7 Tipps für Angebote, die angenommen werden
- Schreib das Angebot schnell. Innerhalb von 24-48 Stunden nach der Anfrage. Je länger du wartest, desto kälter wird der Lead.
- Beschreibe den Nutzen, nicht nur die Leistung. Statt „Suchmaschinenoptimierung“ schreibe „SEO-Optimierung für bessere Auffindbarkeit bei Google — mit dem Ziel, den organischen Traffic um 30 % zu steigern“.
- Biete Optionen an. Paket A (Basic), Paket B (Standard), Paket C (Premium). Die meisten Kunden wählen die mittlere Option — und du hast den Preis geankert.
- Setze eine Gültigkeitsdauer. 14-30 Tage sind üblich. Das erzeugt Dringlichkeit ohne Druck.
- Füge Referenzen oder ein Portfolio hinzu. Ein Link zu ähnlichen Projekten stärkt das Vertrauen.
- Mach die Annahme einfach. „Bitte bestätige dieses Angebot per E-Mail“ ist besser als ein komplizierter Bestellprozess.
- Follow-up nicht vergessen. Nach 5-7 Tagen ohne Antwort: Eine freundliche Nachfrage wirkt professionell, nicht aufdringlich.
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Mit QROVA erstellst du professionelle Angebote in Minuten — und wandelst sie mit einem Klick in Rechnungen um. Alle Positionen, Kundeninformationen und Konditionen werden automatisch übernommen. Kein Copy-Paste, keine Fehler.