Der SKR04 Kontenplan ist ein Standard-Kontenrahmen, der nach dem Abschlussgliederungsprinzip aufgebaut ist. Er ordnet Konten nach ihrer Funktion in der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV), beginnend mit Anlage- und Umlaufvermögen. Für Selbstständige und Kleinunternehmer sind vor allem die Konten für Einnahmen, Betriebsausgaben, Bank, Kasse sowie Privatentnahmen und -einlagen von zentraler Bedeutung.
Was ist der SKR04 Kontenplan?
Der Standardkontenrahmen 04 (SKR04) ist ein von der DATEV eG entwickelter und veröffentlichter Kontenrahmen, der in Deutschland weit verbreitet ist. Seine Besonderheit liegt im Aufbau nach dem Abschlussgliederungsprinzip. Das bedeutet, die Reihenfolge der Kontenklassen orientiert sich stark an der Gliederung der Bilanz und der GuV, wie sie im Handelsgesetzbuch (HGB) vorgesehen ist. Dies erleichtert die Erstellung des Jahresabschlusses, da die Salden der Konten direkt den entsprechenden Bilanz- oder GuV-Positionen zugeordnet werden können.
Die Struktur sieht grob wie folgt aus:
- Kontenklasse 0: Anlagevermögen
- Kontenklasse 1: Umlaufvermögen
- Kontenklasse 2: Eigenkapital- und Privatekonten
- Kontenklasse 3: Fremdkapital (Verbindlichkeiten)
- Kontenklasse 4: Betriebliche Erträge (Umsatzerlöse)
- Kontenklassen 5-6: Betriebliche Aufwendungen
- Kontenklasse 7: Weitere Erträge und Aufwendungen
Diese logische Gliederung macht den SKR04 besonders für bilanzierende Unternehmen attraktiv. Aber auch für Selbstständige, die eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) erstellen, bietet er eine klare und nachvollziehbare Struktur. Der Hauptunterschied zum SKR03 liegt darin, dass dieser dem Prozessgliederungsprinzip folgt und sich am Ablauf der Geschäftsprozesse orientiert. Mehr über die genauen Unterschiede zwischen SKR03 und SKR04 erfahren Sie in unserem dedizierten Beitrag.
Die 20 wichtigsten SKR04-Konten für Selbstständige und Kleinunternehmer
Für den Start in die Selbstständigkeit müssen Sie nicht den gesamten Kontenplan mit hunderten Konten auswendig lernen. Es genügt, die für Ihr Geschäftsmodell relevanten Konten zu kennen und korrekt zu verwenden. Die folgende Tabelle listet 20 zentrale Konten des SKR04 auf, die für die meisten Kleinunternehmer und Freelancer ausreichen.
| Kontonummer | Kontenbezeichnung | Erklärung |
|---|---|---|
| 1600 | Kasse | Hier werden alle baren Geschäftsvorfälle erfasst, also Bareinnahmen und Barausgaben. |
| 1800 | Bank | Dieses Konto bildet alle Bewegungen auf Ihrem Geschäftsbankkonto ab, wie Zahlungseingänge von Kunden oder Überweisungen für Rechnungen. |
| 1200 | Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | Wenn Sie eine Rechnung an einen Kunden stellen, buchen Sie den Betrag hier als offene Forderung ein, bis die Zahlung eingeht. |
| 3300 | Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | Hier erfassen Sie Rechnungen, die Sie von Lieferanten oder Dienstleistern erhalten und noch bezahlen müssen. |
| 0400 | Büroausstattung | Anschaffungen für das Büro wie Schreibtische, Stühle oder Regale werden hier als Anlagevermögen erfasst. |
| 0480 | Geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG) | Für Anschaffungen bis zu einem Nettowert von 800 EUR. Diese können im Jahr der Anschaffung vollständig als Betriebsausgabe abgeschrieben werden. |
| 4000 | Umsatzerlöse | Das zentrale Konto für Ihre Einnahmen. Als Kleinunternehmer buchen Sie hier Ihre Nettoerlöse ohne Umsatzsteuer. |
| 5400 | Wareneingang | Wenn Sie physische Produkte einkaufen, um sie weiterzuverkaufen, buchen Sie die Kosten auf dieses Konto. |
| 5900 | Fremdleistungen | Kosten für externe Dienstleister wie Programmierer, Designer oder Berater werden hier erfasst. |
| 6310 | Miete | Die monatlichen Kosten für Ihr Büro oder Ihre Geschäftsräume. |
| 6805 | Telefon | Auf dieses Konto gehören die Gebühren für Ihren geschäftlichen Festnetz- und Mobilfunkanschluss. |
| 6806 | Telefax und Internetkosten | Hier buchen Sie die Kosten für Ihren geschäftlichen Internetzugang. |
| 6815 | Bürobedarf | Ausgaben für Verbrauchsmaterialien wie Papier, Stifte, Druckerpatronen und Ordner. |
| 6600 | Werbekosten | Alle Ausgaben für Marketing und Werbung, z.B. für Online-Anzeigen, Flyer oder Visitenkarten. |
| 6610 | Geschenke an Geschäftsfreunde | Aufwendungen für Geschenke sind bis zu einem Wert von 50 EUR pro Empfänger und Jahr als Betriebsausgabe abziehbar. |
| 6640 | Bewirtungskosten | Bei der Bewirtung von Geschäftspartnern aus geschäftlichem Anlass können 70 % der angemessenen Kosten abgesetzt werden. |
| 6650 | Reisekosten Unternehmer | Hierzu zählen Fahrtkosten, Übernachtungskosten und Verpflegungsmehraufwendungen bei Geschäftsreisen. |
| 6220 | Abschreibungen auf Sachanlagen | Die Wertminderung von Anlagevermögen (z.B. Laptops, Maschinen) wird über die Nutzungsdauer verteilt hier gewinnmindernd gebucht. |
| 2180 | Privatentnahmen allgemein | Wenn Sie Geld oder Gegenstände für private Zwecke aus dem Unternehmen entnehmen, wird dies hier erfasst. |
| 2100 | Privateinlagen | Wenn Sie privates Geld in Ihr Unternehmen einzahlen, um zum Beispiel die Liquidität zu erhöhen, wird das hier gebucht. |
Rechnungen und Belege ohne Tabellenchaos
QROVA erstellt Rechnungen nach § 14 UStG, erfasst Belege und führt die EÜR – speziell für Kleinunternehmer nach § 19 UStG.
SKR04 in der Praxis mit einer Buchhaltungssoftware nutzen
Die manuelle Buchführung mit einem Kontenplan kann fehleranfällig und zeitaufwendig sein. Moderne Buchhaltungsprogramme wie qrova.io vereinfachen diesen Prozess erheblich. In einer solchen Software müssen Sie die Kontonummern oft nicht direkt eingeben. Stattdessen wählen Sie passende Kategorien für Ihre Einnahmen und Ausgaben aus, und das System ordnet den Geschäftsvorfall automatisch dem richtigen Konto im Hintergrund zu.
Funktionen wie die digitale Belegerfassung per Scan, die automatische Synchronisation mit Ihrem Bankkonto und die Erstellung der Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) auf Knopfdruck reduzieren den administrativen Aufwand auf ein Minimum. Dies stellt sicher, dass Ihre Buchhaltung von Anfang an korrekt und nachvollziehbar ist.
Besonderheiten des SKR04 für Kleinunternehmer
Als Kleinunternehmer profitieren Sie von der Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG. Das bedeutet, Sie weisen auf Ihren Rechnungen keine Umsatzsteuer aus und führen auch keine an das Finanzamt ab. Im Gegenzug können Sie keine Vorsteuer aus Eingangsrechnungen geltend machen.
Für Ihre Buchhaltung mit dem SKR04 hat das eine wichtige Konsequenz: Sie buchen alle Einnahmen und Ausgaben als Bruttobeträge. Die Konten, die sich auf Umsatzsteuer oder Vorsteuer beziehen, sind für Sie nicht relevant. Stattdessen verwenden Sie neutrale Erlös- und Aufwandskonten. Bei der Rechnungserstellung ist es entscheidend, dass Sie den gesetzlich vorgeschriebenen Hinweis auf die Anwendung der Kleinunternehmerregelung auf Ihren Rechnungen vermerken. Auch hierbei unterstützen Sie professionelle Rechnungsprogramme, um alle Pflichtangaben korrekt abzubilden.
Dieser Beitrag ersetzt keine steuerliche oder rechtliche Beratung. Er gibt den Stand August 2026 wieder. Für verbindliche Auskünfte wenden Sie sich bitte an eine Steuerberaterin oder einen Steuerberater.
Häufige Fragen
Was ist der Hauptunterschied zwischen SKR03 und SKR04?
Der SKR03 folgt dem Prozessgliederungsprinzip und orientiert sich am Geschäftsablauf (z.B. Wareneinkauf, Produktion, Verkauf). Der SKR04 ist nach dem Abschlussgliederungsprinzip aufgebaut, seine Struktur entspricht also der Gliederung von Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung. SKR04 gilt daher als abschlussorientierter, während SKR03 prozessorientierter ist.
Muss ich als Kleinunternehmer den SKR04 verwenden?
Nein, es gibt keine gesetzliche Pflicht zur Nutzung eines bestimmten Kontenrahmens. Sie können theoretisch auch eine einfache EÜR ohne Kontenrahmen führen. Die Verwendung eines Standardkontenrahmens wie SKR04 oder SKR03 wird jedoch dringend empfohlen, da dies die Buchführung standardisiert, die Zusammenarbeit mit dem Steuerberater erleichtert und von den meisten Buchhaltungsprogrammen unterstützt wird.
Kann ich den SKR04 Kontenplan für mein Unternehmen anpassen?
Ja, der SKR04 ist eine Vorlage. Sie können und sollten ihn an die Bedürfnisse Ihres Unternehmens anpassen. Nicht benötigte Konten werden einfach nicht verwendet. Bei Bedarf können Sie in Abstimmung mit Ihrem Steuerberater weitere, spezifischere Konten für besondere Geschäftsvorfälle anlegen, um eine detailliertere Auswertung zu ermöglichen. Die Grundstruktur bleibt dabei erhalten.
Welches Konto nutze ich im SKR04 für Software-Abonnements?
Für laufende Kosten von Software-Abonnements (SaaS) oder Lizenzen können Sie verschiedene Konten verwenden. Gängig sind Konten wie 6815 (Bürobedarf), 6827 (Rechts- und Beratungskosten) oder auch 5900 (Fremdleistungen), wenn es sich um einen wesentlichen betrieblichen Dienst handelt. Sprechen Sie die genaue Zuordnung am besten mit Ihrer Steuerberatung ab, um Konsistenz zu gewährleisten.
Belege erfassen, EÜR automatisch
SKR03/SKR04, Bank-Sync und Belegablage in einer Oberfläche.





